Die Geisterstadt Abades
Das Geisterdorf Abades findet man in keinem Reiseführer, sicherlich wegen seiner Vergangenheit, doch es ist dennoch ein interessanter Ort, den man sich ansehen sollte. An der Südostküste Teneriffas, in der Nähe von Abades, liegt das „Leprosario“, eine ehemalige Leprakolonie, die nie fertiggestellt wurde. Sie wurde in den 1940er Jahren unter dem Franco-Regime als Ort zur Isolierung von Leprakranken errichtet.
Diese Siedlung wurde 1998 geschlossen, verlassen und verfiel. Seitdem ist das sogenannte „Geisterstädtchen“ wegen der angeblichen Geistererscheinungen inmitten der Ruinen zu einer Sehenswürdigkeit geworden.
Am besten erreicht man es vom Leuchtturm von Granadilla aus. Man erreicht es von der TF-1 aus über die Ausfahrt Porís de Abona, wo es einige außergewöhnliche Buchten gibt, in denen man baden kann – ich empfehle, das Bad erst nach der Wanderung zu nehmen.
Von Porís aus führt eine Straße zum Leuchtturm von Granadilla, der von der Straße aus sichtbar ist. Wir lassen das Auto am Leuchtturm stehen und beginnen von dort aus die Wanderung.
Man kann sich nicht verlaufen, denn man sieht die Ruinengebäude sofort. Es ist eine faszinierende und sehr interessante Route. Das Hauptgebäude ist die Kirche, die sich sozusagen im Zentrum des Dorfes befindet. Straßen gibt es natürlich keine, nur Feldwege.
Das Dorf besitzt eine trostlose Schönheit, eingebettet in eine trockene, fast wüstenartige Landschaft mit Blick auf das Meer in der Ferne. Der Kontrast zwischen der rauen Landschaft und der beunruhigenden Stille der verlassenen Gebäude lässt es wirken, als stamme es aus einem postapokalyptischen Film.
Als Besucher habe ich beim Betreten einiger Häuser eine Gänsehaut verspürt; ich habe zwar keine Geister gesehen, aber das heißt nicht, dass sie nicht da sind.